René Schneider (PhD Candidate)

Bild von René Schneider

M.A. René Schneider

Zschokkestr. 32, 39104 Magdeburg, G40D-373

Kurzbeschreibung des Promotionsvorhabens:

Promotion zum Thema "Innovation – Gebrauchssemantische Untersuchung eines Hochwertwortes am Beispiel des Diskurses über Roboter in der Pflege" [Arbeitstitel]

Was ist Innovation? So sehr jeder zu wissen scheint, was gemeint ist, wenn er dieses Wort gebraucht oder hört, so sehr unterscheiden sich doch bei näherer Betrachtung die Definitionen und die Semantik des Begriffs in Wirtschaft, Politik und Wissenschaft und schließlich im medial-öffentlichen Diskurs. Gibt es überhaupt so etwas wie ein kollektives Wissen darüber, wann etwas eine „Innovation“ ist, oder gibt es tatsächlich nur dieses Nebeneinander ganz unterschiedlicher Konzepte von „Innovation“? Und wenn dem so ist, hängen dann Innovationschancen davon ab, welches Innovationskonzept wir aktivieren, wenn wir darüber sprechen?  

Forschungskontext

Das Promotionsprojekt untersucht die sprachliche Konstruktion von „Innovation“. Es erforscht, wie in verschiedenen Bereichen der Gesellschaft „Innovation“ als Konzept verhandelt wird und rekonstruiert anhand mehrdimensionaler Analysen das „Wissen“ dieser Diskursgemeinschaften über „Innovation“. Der besondere Fokus der linguistischen Diskursanalyse liegt dabei auf dem konkreten Fall des Einsatzes von Robotern im Bereich Pflege, der medial unter dem Aspekt der Innovation verhandelt wird. Ein zentrales Ziel des Projekts ist es, die Diskurssemantik, also die Art und Weise wie sich eine Gesellschaft medial und interpersonal („teilnahmeorientiert“ i.S. von Roth 2015) sprachlich über Innovationen und speziell über Roboter in der Pflege verständigt, zu untersuchen. Dem diskurslinguistischen Paradigma folgend versteht sie sich damit als Beitrag zur Rekonstruktion gesellschaftlichen Wissens. In der exemplarischen Analyse soll sie zeigen, dass und inwiefern die komplexe Diskurssemantik des Konzepts INNOVATION einen wesentlichen Faktor für die Akzeptanz von Maßnahmen und Artefakten darstellt, die sozial als innovativ betrachtet werden oder betrachtet werden sollen.  

Damit kann im Sinne der Graduiertengruppe im Idealfall aus den diskurslinguistisch gewonnenen Erkenntnissen ein Output generiert werden, der als „weicher Faktor“ in die Modellierung von Akzeptanzchancen von „Innovationen“ Eingang finden kann.  

Forschungsdesign  

Die qualitative Forschungsarbeit verfolgt einen interdisziplinären Ansatz sowohl im Gebiet der Linguistik als auch darüber hinaus. Ihre methodologischen Grundlagen sind der linguistischen Diskursanalyse, der Framesemantik, der hermeneutischen Korpusanalyse und der außerlinguistischen Akzeptanzforschung entnommen. Zur Datenerhebung werden qualitative Forschungsinstrumente genutzt und narrative Interviews, Gruppengespräche oder „Straßeninterviews“ als Datengrundlage erhoben. Der Forschungsprozess durchläuft mehrere Schritte. Über einen heuristisch framelinguistischen Zugang werden in einer ersten semantischen Analyse die Bedeutungen von bzw. Zuschreibungen zu „Innovation“ in den unterschiedlichen Disziplinen wie Wirtschaft, Sozialwissenschaft oder Politik erarbeitet. In weiteren Schritten wird über einen pragmatischen Zugang sprachliches Handeln zum Thema rekonstruiert und aufgezeigt, wie „Innovation“ und ihre Akzeptanz sprachlich von mehr oder minder direkt Betroffenen konstruiert werden. Die Antwort auf die Frage ob und wie die Ergebnisse zur Modellierung von Akzeptanzchancen nutzbar gemacht werden können, baut als anschließender Schritt auf den vorherigen Schritten auf.  Sprachliche Basis der Analysen bilden selbsterstellte Korpora. Diese werden in einem hermeneutischen Ansatz ausgewertet. Semantische Analysen in den Disziplinen folgen dabei einer Mischung aus einem corpus-based- und einem corpus-drivenAnsatz. Die Analysen im Korpus der Interviews und teilnahmeorientierten Realisationen aus Pflegeheimen oder Messen folgen primär einem corpus-driven angelegten Vorgehen.  In Anbetracht der linguistischen Untersuchung des Innovationsdiskurses im deutschsprachigen Raum erfolgt die Datenerhebung auf Deutsch. Da sich die diskursiven und sprachlichen Strukturen in Wörtern, Sätzen, Metaphern etc. der deutschsprachigen Daten zeigen, wird die Analyse ebenfalls auf Deutsch durchgeführt und somit auch die Arbeit in deutscher Sprache verfasst.  

Letzte Änderung: 01.04.2026 -
Ansprechpartner: Webmaster